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Einsteiger-Guide Stand Up Paddling

Es ist in aller Munde: Stand Up Paddling. Auf deutschen Seen erblickt man vermehrt Menschen, die auf einem Board stehend mit Paddel in der Hand übers Wasser gleiten. Warum das Stand Up Paddling (kurz: SUP) so beliebt ist, ob es sich für jedermann eignet und was man dafür braucht, erfahren Sie in diesem Einsteiger-Guide.

Was ist SUP (Stand Up Paddeln)?                             

SUP ist die Abkürzung für Stand-Up-Paddlen oder auch Stehpaddeln. Es ist dem Wellenreiten ähnlich, nur dass man auf dem (überdimensional grossen) Surfbrett steht und nicht mit den Händen, sondern einem Stechpaddel paddelt. Das tolle dabei ist, man braucht kein Meer und keine Welle, sondern kann es auf dem kokalen Fluss, See oder Kanal betreiben.

Ursprung

Stand Up Paddeln wird vermutlich bereits seit Jahrtausenden betrieben. Insbesondere sind in Asien noch heute Ein-Mann-Bambusflöße im Einsatz, bei denen neben Stangen auch Paddel im Stehen zur Erzeugung des Vortriebs eingesetzt werden. Im 20. Jahrhundert standen zunächst nur Fotografen und Surflehrer auf Hawaii auf dem Brett, um durch die aufrechte Position besser sehen zu können. Später kam der Einsatz eines Stechpaddels hinzu, er erlaubte es, schneller vom Ufer zu den wellenbrechenden Riffen und zurück zu gelangen.

In der weiteren Entwicklung wurde es zu einer Alternative für wellenarme Tage am Meer, wird aber inzwischen auch auf Binnengewässern wie Flüssen und Seen als Workout betrieben.

Stand Up Paddeln als Workout

SUP ist ein hervorragendes Workout, da es den ganzen Körper trainiert. SUP kann auf allen Wasseroberflächen von Sportlern jedes Alters und jeden Könnens ausgeführt werden. Einzige Voraussetzung: Ein sicherer Schwimmer zu sein, wenn man doch mal vom Brett fällt.

Der umweltfreundliche neue Trendport bietet ein perfektes, ganzheitliches und gelenkschonendes Ausdauer-Training für Jedermann und erfüllt hierdurch die Anforderungen des Bewegungs- und Gesundheitstrends. Um sich auf dem Board fortbewegen zu können, muss der ganze Körper unter Spannung sein. Die Oberkörpermuskulatur, Bauch und Rücken werden gestärkt, das Ausbalancieren gibt Beinen und Po eine Extraportion Training. Außerdem wird das Gleichgewicht trainiert. Es ist durch die geringe Herz-Kreislaufbelastung auch für ältere/unsportliche Personen gut geeignet

Und es ist wesentlich spannender als Joggen auf dem Laufband: Ein Stand-Up-Paddle Board bietet die Möglichkeit, wunderschöne, einsame Landschaften zu erkunden, dies ist auch im Winter sehr gut möglich. Wer noch mehr Action mag, kann aber auch in Rennen gegen andere Stand-Up-Paddler antreten oder stehend im Wildwasser paddeln.

Was braucht man zum Stand Up Paddling?

Zum Stand-Up Paddeln benötigt man ein Stand Up Paddel Board, ein Paddel und entsprechende Kleidung. Für das Paddeln im Meer und im Wildwasser sollte das Board über eine Leash (Fangleine) verfügen. In Fliessgewässern ist darüber hinaus eine Weste (PFD - personal floatation device) zu empfehlen.

Die SUP Boards sind Recht gross und voluminös und lassen sich nur mit einem Bus oder Dachgepäckträger transportieren, es sei denn, man entscheidet sich für ein sogenanntes "Inflatable", ein Board, welches man aufblasen kann.

Dann braucht man natürlich noch Wasser, im Unterschied zum Wellenreiten muss es aber nicht das Meer sein, sondern man kann auch auf Seen, Flüssen, Ruderregattastrecken etc. mit dem Stand-Up Paddeln beginnen. Es gibt noch keine rechtliche Regelung zu dieser jungen Sportart, im Zweifelsfall sollte man sich daran orientieren, ob das Kajakfahren, Rudern, Surfen an den entsprechenden Stellen erlaubt ist.

Das Stand-Up Paddeln in ruhigem Binnengewässer ist relativ ungefährlich, aber wie bei jedem Wassersport in der Natur sollte man sich über die möglichen Gefahren und Risiken (z.B. plötzlich auftretende Winde, Strömungen, Gewitter, Herz-Kreislaufschock) bewusst sein und ein sicherer Schwimmer sein, auch wenn man in der Regel nicht ins Wasser fällt.

Die ersten Schritte auf dem Brett

Am besten beginnt man an einem windstillen Tag in einem Gewässer ohne Strömung. Zunächst sollte man versuchen, die Balance auf dem Brett zu halten. Dafür das Brett ins Wasser legen (die Finne gehört nach hinten) und sich ca. in der Mitte bei dem Griff darauf knien . Von dort langsam aufstehen, im Unterschied zum Surfen stehen die Füsse auf dem SUP parallel nebeneinander. In der Regel sollten die Füsse dort stehen, wo der Griff ist.  Die beste Balance hat man, wenn die Füsse möglichst breit auseinander am Rand des Boards stehe, zusätzliche Balance bringt das Paddel  (wie bei den Zirkusartisten, die über ein Seil laufen, kann das Paddel beim Aufstehen ein „Balance-Stab“ sein)

Zunächst einmal versuchen die Balance zu halten, dann anfangen zu paddeln, dabei mit dem Paddel seitlich vorne ins Wasser stechen (mit möglichst gestrecktem oberem Arm) und dann das Paddel nah am Board durch das Wasser nach hinten ziehen.  Sobald man hinten ist, das Paddel aus dem Wasser nehmen und möglichst gerade wieder nach vorne bringen und erneut eintauchen.

Nach ein paar Schlägen, wird man feststellen, dass das Board sich von der Paddelseite weg bewegt, man also nicht mehr gerade, sondern schräg fährt, dann ist es Zeit, die Seite zu wechseln. Zum Wechseln der Seite auf der man paddelt nicht etwas die Arme überkreuzen, sondern  die Hand, die unten war, am Schaft des Paddles nach oben führen und dann mit ihr den Griff übernehmen, die andere Hand gleitet zeitgleich nach unten.

Wie hält man an?

Zum Anhalten einfach das Paddel senkrecht ins Wasser stecken

Wie dreht man?

Gelenkt wird mit dem Paddel. Für die ersten Versuche zu drehen paddelt man einfach "rückwärts". Eleganter dreht man über den „Bogenschlag“. Hierzu setzt man die Paddelspitze ganz vorne bei der Nose ein und das Paddelblatt in einem grossen Halbkreis mit hinter zum Heck vom Board. Nach 2 bis 3 „Halbkreischlägen“ sollte das Board gedreht haben.

Und wenn man die Balance verliert?

Keine Angst, einmal reinzufallen gehört dazu. Beim Reinfallen das Paddel festhalten (nicht alle Paddel schwimmen) und darauf achten, dass man das Board nicht zu weit von sich „wegkickt“.  Mit dem Paddel in der Hand zum Board schwimmen, das Paddel aufs Board legen und sich bäuchlings aufs Board legen. Von da aus wieder in die Knie und dann aufstehen.

Oft kann man das Reinfallen aber auch vermeiden, indem man an wackeligen Passagen (z.B. wenn ein Boot vorbeifährt) in die Knie geht. Falls man unerwartet die Balance verliert, kann man sich auch mit dem Paddel auf dem Wasser „abstützen“.

Tipps zum Effektiven Paddeln

1)       Das Paddel möglichst weit vorne kräftig ins Wasser stechen (das Blatt muss ganz unter Wasser sein) und nach hinten ziehen. Dabei nicht nur mit dem Arm, sondern mit dem ganzen Oberkörper arbeiten.

2)       Das Paddel möglichst schnell und auf geradem Wege (keinen grossen Bogen zur Seite machen) wieder nach vorne bringen, indem man den Oberkörper wieder aufrichtet.

3)       Beim Paddeln nicht auf das Board schauen, sondern die Augen auf den Horizont richten, dies gibt zusätzliche Stabilität.

SUP ist nicht nur was für Männer, sondern ein idealer Sport für Frauen. Warum?

1. SUP ist sehr einfach zu Erlernen, nach nur ca. 1h Einführung kann man bereits auf dem Board stehen und erste Strecken paddeln. Die detaillierteren Paddeltechniken sowie verschiedene Wendemanöver etc. kann man nach und nach lernen. Im Unterschied zu technik-lastigen Sportarten wie Tennis kann man also gleich loslegen und Spass haben. Wenn man in flachem Binnengewässer paddelt ist die Herz-Kreislaufbelastung sehr gering (viel geringer als beispielsweise beim Joggen). Dadurch kann man den Sport auch wenn man untrainiert ist - oder länger mit dem Sport ausgesetzt hat -  (z.B. nach einer Verletzung oder Babypause) ausüben. Später lässt sich die Intensität durch Paddeln gegen Wind und/oder Strömung fast beliebig steigern. Profis trainieren sogar mit "Resistance" Bändern.

2. Die Belastung der Gelenke beim SUP ist gering und das Verletzungsrisiko auch viel kleiner als beispielsweise beim Snowboarden, Mountainbiken oder Inline-Skaten.

3. Mit SUP wird jede Frau zur Göttin! Frauen, die mit dem Stand Up Paddeln beginnen fühlen sich stark und schön ! Frauen, die regelmässig Stand-Up Paddeln, entwickeln eine hervorrande Rumpf- und Armmuskulatur sowie Körperbeherrschung. Es ist die einzige Sportart, die wirklich einen Ganzkörperworkout bietet. Mit SUP ist der Traumbody zum Greifen nahe.

4. SUP ist eine tolle Art, Zeit mit einer Freundin zu verbringen, zu ratschen und dabei noch Sport zu machen. Wenn es zu warm wird, springt man einfach ins Wasser! Die Boards sind leicht zu manövrieren, man also auch gut in einer Gruppe paddeln gehen, die Landschaft geniessen und sich dabei toll unterhalten.

5. SUP ist ein neuer, schnell wachsender Sport mit einer tollen Community. Jeder, der mit SUP beginnt, wird herzlich aufgenommen. Gehe zu ein paar der SUP Events diesen Sommer und du wirst viele tolle Leute kennenlernen und vielleicht schon bald Einladungen zum Paddeln in der ganzen Welt erhalten!

6. Yoga und SUP ergänzen sich perfekt. Wenn dir Yoga schon gefällt, du aber etwas mehr Spass in der Natur haben möchtest, ohne aber zuviel stressvolle Action wie beispielsweise beim Mountainbiken, ist SUP ideal! Man kann sogar Yaga AUF einem SUP machen, ein neuer Trend, der sich YOW (Yoga on water) nennt. Gerade wurde auch ein spezielles Yoga SUP Board vorgestellt.

 7. SUP ist ein toller Sport für die ganze Familie, inkl. Kinder. Ein Brett wird bald nicht mehr ausreichen! Auch wenn man in einem hektischen Alltag Kinder, Hausarbeit und Job unter einen Hut bringen muss, kann man leicht irgendwo eine Stunde Zeit zum Paddeln finden, insbesondere da man sich vorher nicht festlegen muss, wann man genau kann (also nicht wie beim Tennis oder einem Kurs im Fitness-Studio an feste Zeiten gebunden ist). Man kann ein Kleinkind mit entsprechnder Schwimmhilfe sogar vorne mit auf das Brett setzen!